05.10.2026 Salz&Pfeffer 3/26

Das Rennen ist eröffnet

Text: Anja Steiner – Fotos: Jonas Weibel
Mitte Oktober kämpfen sechs Männer und eine Frau in einem neuen Halbfinal-Camp um den Einzug ins Finale des Goldenen Kochs. Mit dem Event verbinden die Verantwortlichen Wettbewerb und Weiterbildung.
Von links nach rechts: Simon Grimbichler, Nino Schüpbach, Jakub Baron, Frederik Jud, Stéphane Demarcq, Stefanie Siegenthaler, Giorgio Chiodin
GK27 Gruppenbild Lore

Dieses Jahr startet Der Goldene Koch, der renommierteste Kochwettbewerb der Schweiz, in eine neue Runde. Das Format wird indes leicht geändert. In einem Halbfinal-Camp werden die sieben Kandidierenden am 12. und 13. Oktober in Bern gegeneinander antreten. Das Ziel: Die Teilnehmenden profitieren in den zwei Tagen von einem gezielten Feedback auf ihre Koch-Skills, das sie als Learning für das Finale mitnehmen können. Ebenfalls neu ist, dass das Fleischgericht des Finals bereits bei der Abgabe der Teilnahmedossiers angegeben wird. So wird der Aufwand für die Teilnehmenden verringert und sie können sich auf die Weiterentwicklung der Gerichte fokussieren.

An den beiden Halbfinaltagen wird einerseits Wettkampfstimmung herrschen, andererseits werden auch Weiterbildung und Network im Vordergrund stehen. Es gilt also auch beim grössten und etabliertesten Live-Kochevent der Schweiz: Learning by doing. 2025 holte sich João Coelho, Souschef im Restaurant de l’Hôtel de Ville de Crissier, in einem aufreibenden Finale die begehrte goldene Trophäe. Dieses Jahr kämpfen sechs Köche und eine Köchin um den Einzug ins Finale. Eine Übersicht.

Stéphane Demarcq
Verantwortlicher Küchenakademie im Restaurant de l’Hôtel de Ville de Crissier in Crissier
Seit bald sieben Jahren arbeitet Stéphane Demarcq im Restaurant de l’Hôtel de Ville in Crissier unter Franck Giovannini. Seinen Stil beschreibt er als traditionell, aufwendig und auf den Punkt gewürzt. Auf Exotisches verzichtet er bewusst. Seine Leidenschaft gilt regionalen Produkten, besonders Pilzen, die er am liebsten selbst sammelt und direkt verarbeitet.

Stefanie Siegenthaler
Executive Küchenchefin im Casino Bern
Als Kind schaute Steffi Kochsendungen mit Anton Mosimann. Dass sie Köchin werden wollte, war schon immer klar. Dass sie jetzt Halbfinal-Camp-Teilnehmende vom Goldenen Koch 2027 ist, verdankt sie ihrem Chef im Casino Bern. Denn Florian Bettschen, selbst Goldener-Koch-Kandidat 2017, meldete sie kurzerhand für den Wettbewerb an.

Simon Grimbichler
Küchenchef im Restolike in Hindelbank
Den Goldenen Koch verfolgt Simon schon lange. Jetzt ist er selbst mittendrin. Von der Wettbewerbsstimmung ist er begeistert: Sie reisst ihn aus dem Alltag, fordert ihn und bringt ihn weiter. Seinen Stil beschreibt er als bodenständig. Maximal drei Geschmäcke, klarer Aufbau, und der Gast soll sofort verstehen, was vor ihm liegt.

Nino Schüpbach
Commis de Cuisine im Schloss Schauenstein in Fürstenau
Nino wuchs in einer Gastro-Patisserie-Familie auf. Der Zweitplatzierte von «La Cuisine des Jeunes 2025» verfolgt beim Anrichten eine klare Haltung: entweder haargenau oder Freestyle pur, geprägt durch seine Erfahrung als Commis de Cuisine beim Finale des Goldenen Kochs 2023.

Jakub Baron
Küchenchef (ab 1. November 2026) im Rhypark in Basel
Jakub ist gebürtiger Tscheche und ursprünglich ausgebildeter Polizist. Über verschiedene Lebensstationen fand er den Weg in die Küche der Eventlocation Rhypark in Basel. Sein Kochstil hat sich über Jahre entwickelt, geprägt von vielen Erfahrungen und Lernprozessen. Seine Basis bildet die französische Küche, mit einem asiatischen Touch.

Giorgio Chiodin
Küchenchef Villa Principe Leopoldo, Collina d’Oro in Lugano
Giorgios erster Küchenchef in der Villa Principe Leopoldo in Lugano hat ihm den Goldenen Koch nähergebracht. Es ist der erste Kochwettbewerb für den gebürtigen Italiener. Auf dem Teller mag er Klarheit und Präzision. Sein Stil ist mediterran und tief verwurzelt in der italienischen Küche. Also wenig überraschend für jemanden, der im Tessin lebt.

Frederick Jud
Souschef im Himmel am Berg in Galgenen
Frederik stammt aus einer Bäcker-Konditor-Confiseur-Familie. Als sein Onkel ihn kurz vor dem Schulabschluss fragte, ob er die Lehre bei ihm machen wolle, zögerte er keine Sekunde. Dann sah er Jamie Oliver im Fernsehen – und beschloss, die Kochausbildung anzuhängen. Heute steht er Seite an Seite mit seinem Jugendfreund zusammen im Himmel am Berg hoch über dem Zürichsee am Herd.

Welche fünf Talente es am 22. Februar 2027 im Kursaal in Bern ins grosse Finale schaffen, wird am 13. Oktober nach dem Halbfinal-Camp entschieden.

goldenerkoch.ch